Impfen schützt

Bei Kleinkindern besteht aufgrund ihres unreifen Immunsystems ein erhöhtes Risiko, sich mit übertragbaren Krankheiten zu infizieren. Viele soziale Kontakte, beispielsweise im Kindergarten, fördern zusätzlich die Ansteckungsgefahr. Die meisten Infektionen im Kindesalter sind harmlos und gut behandelbar. Manche Krankheitserreger lösen jedoch schwerste Erkrankungen aus, die mit unter auch tödlich verlaufen.

Sie als Eltern können dieses Risiko auf ein Minimum reduzieren: mit wirksamen und gut verträglichen Schutzimpfungen. Das gilt nicht nur für Kleinkinder, sondern auch für Jugendliche. Denn immer häufiger erkranken auch junge Erwachsene an sogenannten Kinderkrankheiten wie Masern, weil sie nicht oder nicht mehr über einen ausreichenden Impfschutz verfügen.

Informationsflyer

PDF-Datei (öffnet in neuem Fenster):
Thüringer impft 0-17

Fakt ist:

  • Nicht-Impfen gefährdet die Lebensqualität der ganzen Familie.
  • Impfen ist die wirksamste Maßnahme zum Schutz vor Infektionskrankheiten.
  • Impfungen fördern keine Allergien.

Empfohlene Impfungen

Auf der Basis jahrelanger wissenschaftlicher Forschung zum Thema „Impfen“ erarbeitet ein unabhängiges
Gremium aus Wissenschaftlern und Ärzten („Ständige Impfkommission”, STIKO) Empfehlungen, gegen welche Viren und Bakterien Sie sich oder Ihr Kind impfen lassen sollen. Dabei werden der Nutzen und die Sicherheit von Impfungen auf der Grundlage gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse genau analysiert und abgewogen. Sie können sich darauf verlassen, dass diese Empfehlungen sinnvoll und sicher sind. Alle empfohlenen Impfungen sind für Sie kostenfrei.

Impfkalender


Impfungen dämmen Infektionserkrankungen ein

Ein gutes Beispiel für die Wirksamkeit von Impfungen ist der Rückgang von Krankheiten wie Diphtherie. Die Infektionskrankheit wird durch giftige Stämme eines Bakteriums hervorgerufen und führt zu schweren Entzündungen des Rachens, einhergehend mit Atemnot oder Erstickungsanfällen. Sie forderte jahrhundertelang unzählige Kinderleben. Heute sind die Erkrankungszahlen zum Glück deutlich geringer, denn mittlerweile stehen uns gut verträgliche Impfstoffe zur Verfügung. Dank sehr hoher Impfraten erkranken in Deutschland kaum noch Kinder an Diphtherie.[1]

Quelle (öffnet in neuem Fenster):
[1] Epidemiologisches Bulletin 16/2015, Robert Koch Institut

Entwicklung der weltweiten Diphtherie-Fälle

Kinder verdienen besonderen Schutz

Kinder sind darauf angewiesen, dass ihre Eltern für sie die richtigen Entscheidungen treffen. Für viele Krankheiten sind Kinder besonders anfällig, einige verlaufen sogar schwerwiegender als bei Erwachsenen. Das kann die Entwicklung beeinträchtigen oder im schlimmsten Fall sogar zum Tode führen. Noch immer erkranken in Deutschland zum Beispiel Kinder an Rotaviren, infizieren sich mit Keuchhusten oder Masern, zum Teil mit schwerwiegenden Folgen. Nur Sie als Eltern können Ihrem Kind dieses Schicksal ersparen. Nur ihre Eltern können ihnen dieses Schicksal ersparen.

Einer für alle – alle für einen

Mit den meisten Impfungen schützen Sie nicht nur sich selbst, sondern auch die nicht geimpften Menschen in Ihrer Umgebung. Wenn Sie zum Beispiel Ihre Kinder gegen Masern impfen lassen, schützen Sie damit automatisch auch Säuglinge, die noch nicht im impffähigen Alter sind. Sie schützen aber auch Erwachsene, die aufgrund einer chronischen Erkrankung oder eines geschwächten Immunsystems besonders anfällig für Infektionskrankheiten sind. Auf diesen Effekt baut das Konzept des Gemeinschaftsschutzes (auch „Herdenimmunität”): Wenn ein bestimmter Prozentsatz an Menschen in der Bevölkerung immun ist, kann sich eine Krankheit nicht weiter ausbreiten. Geimpfte Personen bauen also eine Art Schutzmauer auf, die ungeimpfte Personen mit schützt.

Das bedeutet: Mit einer Impfung schützen Sie nicht nur sich selbst, sondern auch Ihre Familie und Freunde.

Gemeinschaftsschutz

Gemeinschaftsschutz. Die Grafik zeigt drei verschiedene Varianten der Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten, in einer Gruppe von Menschen von denen einige geimpft und einige nicht. Variante eins: Niemand ist geimpft. Ansteckende Krankheiten verbreiten sich ungehindert, fast alle erkranken.  Variante zwei: Ein kleiner Teil der Bevölkerung ist geimpft. Ansteckende Krankheiten verbreiten sich teilweise, weniger Mitbürger erkranken. Variante drei: Ein Großteil der Bevölkerung ist geimpft. Die Verbreitung ansteckender Krankheiten wir verhindert, kaum jemand erkrankt.

Wieso gibt es Kombinationsimpfstoffe?

Mit einem Kombinationsimpfstoff werden mehrere Impfungen zeitgleich gegeben. Und das hat Vorteile. Zum Einen schützen Sie Ihr Kind damit gleich vor mehreren Krankheiten. Zum Anderen wird durch die Kombination der Impfungen die Anzahl der nötigen Arzttermine reduziert. Das bedeutet weniger Stress für Eltern und Kinder.

Ein weit verbreitetes Gerücht ist, dass Kombinationsimpfstoffe das Immunsystem des Kindes überlasten. Tatsächlich sind die modernen Impfstoffe sehr hoch entwickelt und enthalten nur noch geringe Bestandteile der Erreger. Das kindliche Immunsystem ist gut darauf vorbereitet, sich damit auseinanderzusetzen. Alleine im normalen Alltag setzt sich das Immunsystem mit einer vielfach größeren Menge an Erregern auseinander als das bei Impfungen der Fall ist. Deshalb gilt: Kombinationsimpfstoffe haben viele Vorteile und schützen Ihr Kind gleich vor mehreren Krankheiten [1].

Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin – diese empfehlen Ihnen für Ihr Kind geeignete Impfung. 

Quelle (öffnet in neuem Fenster):
[1] Webseite des Robert Koch-Instituts.

Keine Angst vor Nebenwirkungen

Nebenwirkungen bei Impfungen sind möglich, aber normalerweise harmlos und gehen schnell vorüber. Nahezu jeder kennt Begleiterscheinungen des Impfens wie Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle. Auch Symptome wie Abgeschlagenheit, Kopf- oder Gliederschmerzen können auftreten. Dies sind Anzeichen dafür, dass sich der Körper mit der Impfung auseinandersetzt und einen Schutz aufbaut. Sollten Sie dazu Fragen haben, hilft Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin gern weiter. Die Nebenwirkungen klingen meist nach ein bis drei Tagen wieder ab und sind grundsätzlich weniger schlimm als die Symptome der Krankheit und deren mögliche Folgeschäden. Generell sind Impfungen sehr sicher und gehen nur äußerst selten mit schwerwiegenden Komplikationen einher.

Nebenwirkungen im Vergleich


Hier
finden Sie die wichtigsten Fakten zu empfohlenen Impfungen für Ihre Kinder und Jugendlichen kurz zusammengefasst.
Wir wollen Ihnen wissenschaftlich fundiert und gut verständlich Informationen für eine eigenständige Entscheidung bieten.